Rückblick auf das Sit-In in Opferbaum

Erneut haben sich verkehrsgeplagte Menschen getroffen, um in Opferbaum auf die Zustände aufmerksam zu machen. Lärm, Feinstaub und die allgemeine Verkehrsgefährdung sind nach wie vor ein großes Problem für viele Einwohner von Unterpleichfeld, Bergtheim, Opferbaum und Eßleben.
Bei Kuchen und Getränken hat man nicht nur über die Verkehrsproblematik debattiert, sondern auch private Interessen ausgetauscht.

Auch die Mainpost hat einen Bericht über das Treffen veröffentlicht. 

Polizeiantwort zu LKW-Kontrollen

Mitte Juli 2016 hat die Bürgerinitiative ein Schreiben an die Dienststelle der Polizei Würzburg-Land gesandt und erneut die LKW-Problematik angesprochen.
Es kann nicht Sinn und Zweck eines „Verbotes von Durchgangsverkehr für LKW >12 Tonnen“ sein, wenn immer noch 800 Lastkraftwagen täglich durch den gesperrten Streckenbereich fahren und die A7 parallel zu unserem Streckenabschnitt verläuft.

Diese Verkehrsbeschilderung und die damit verbundene “75-km-Regelung” ermöglicht einer gewissen Gruppe an Lastkraftwagen, die Strecke legal zu nutzen.
Allerdings hat uns die Erfahrung der Vergangenheit gezeigt, dass diese Verkehrsregelung von vielen Speditionsunternehmen missverstanden oder auch wissentlich nicht eingehalten wird.

Die Vielzahl an möglichen Routenbeispielen und Entladestellen führt dazu, dass LKW-Fahrer welche zum Beispiel an den Speditionspark in Kürnach Ware an- oder auch von selbigen Ware ausliefern der Meinung sind, die gesperrte Strecke grundsätzlich nutzen zu dürfen, unabhängig davon, wohin die Fahrt zielt oder von welchem Standpunkt aus die Route nach Kürnach führt.

Folgende Fragen sind unsererseits deshalb gestellt worden:

- Gibt es Auswertungen über die Anzahl der LKW-Kontrollen und die nachgewiesenen Verkehrsverstöße? Welche Erfahrungen konnten hier von Seiten der Polizei bei Verkehrskontrollen gesammelt werden?
Sind sich die Fahrer des Verkehrsverstoßes bewusst?

 - Kann die Polizeibehörde mit den LKW-Speditionen im Landkreis Kontakt aufnehmen und die rechtliche Lage für die Berechtigung zur Durchfahrt erläutern? Gerade dieser Punkt wäre sehr wichtig, da wie oben beschrieben die rechtliche Situation bei vielen Firmen nicht bekannt ist. Ein Flyer mit verschiedenen Fallbeispielen und einer ausführlichen Erklärung der rechtlichen Lage würde hier Abhilfe schaffen.

 - Gibt es dienststellenübergreifend inzwischen Auswertungen, ob und in welcher Höhe die geänderte Verkehrsbeschilderung am Stadtring-Süd in Würzburg zu einer LKW-Reduzierung geführt hat. Der Stadtring-Süd und unser Streckenabschnitt stehen in direkter Beziehung zueinander.

Die Polizei hat uns daraufhin mitgeteilt, dass die Häufigkeit der LKW-Kontrollen von der allgemeinen Lage und dem täglichen Einsatzgeschehen abhängig sei.

Ebenso wurde eine Statistik dem Schreiben beigefügt, in der die LKW-Kontrollen für den Großraum-Würzburg, in Bezug auf die seit 2007 bestehenden Verbotsstrecken aufgeführt gewesen sind. Bei den benannten Zahlen handelt sich also nicht nur um unsere Strecke, sondern auch um weitere Streckenbereiche im Großraum Würzburg, welche die gleiche Beschilderung aufweisen.

Erschreckend ist aus unserer Sicht, dass jedes Jahr tendenziell weniger LKW-Kontrollen stattgefunden haben.

Jahr:                      LKW-Kontrollen:             Mautverstöße:

2007                      2156                                      117

2008                      2072                                      102

2009                      1864                                      85

2010                      1012                                      63

2011                      995                                        53

2012                      904                                        54

2013                      735                                        32

2014                      807                                        42

2015                      keine Angabe                        41

2016                      151                                        26
(laufendes Jahr)

Die Quote der jeweiligen Mautverstöße liegt bei ca. 5%. Dieser Wert erscheint uns sehr gering und aufgrund der Komplexität der Verkehrsbeschilderung und der damit verbundenen Ausnahmeregelungen können wir uns auch vorstellen, dass gegebenenfalls widerrechtlich stattgefundene Durchfahrten nicht immer von den Polizeidienstkräften richtig eingeschätzt wurden.

Mehrmals sind wir bereits Speditionsunternehmen gefolgt und konnten jedes Mal eine widerrechtliche Durchfahrt nachweisen.

Selbst wenn die illegale Durchfahrtsquote so niedrig anzusetzen ist, bleibt immer noch die Feststellung, dass die Verkehrsbeschilderung und Ihre Wirkung, aufgrund von täglichen 800 Lastkraftwagen in Frage gestellt werden muss.

Jene LKW-Fahrer, welche widerrechtlich die Strecke befuhren, hatten sich nach Polizeiangaben oftmals von Ihrem Navigationssystem leiten lassen. Deshalb werden wir dieses Thema auch gesondert behandeln und mit verschiedenen Herstellern von Navigationssystemen Kontakt aufnehmen, um die in der Software eingetragenen Beschilderungen zu hinterfragen.

Als weitere Antwort auf unsere Fragestellungen haben wir erhalten, dass die Polizei bereits im Vorfeld der Sanierungsbaumaßnahme B19, bei verschiedenen Speditionsunternehmen gewesen ist und die rechtliche Lage geschildert hat.

Die Wirkung der neuen Beschilderung für den Stadtring-Süd in Würzburg konnte nicht angegeben werden und es wurde auf die Polizeidienststelle Würzburg-Stadt verwiesen.

Verkehrschaos auf der B19

Am Wochenende des 20. und 21.08.2016 kam es auf der Strecke der B19 zwischen der Autobahnanschlussstelle Estenfeld und Werneck zu extremen Stauungen, da eine Vollsperrung der A7 bei Werneck in Fahrtrichtung Kassel stattgefunden hat.

Teilweise sind die Verkehrsteilnehmer bereits in Estenfeld abgefahren. Andere wurden an der Autobahnanschlussstelle Gramschatz von der Polizei abgeleitet und über Erbshausen nach Bergtheim geführt.  Kilometerlange Stauungen waren die Folge.
An der Kreuzung in der Bergtheimer Ortsmitte kam es deswegen zu extremen Verkehrsbedingungen und der Verkehr musste von der Polizei über viele Stunden geregelt werden.

Da es mehrere Brücken im parallelen Verlauf der A7 zur B19 gibt und selbige in den nächsten Jahren ausgebaut werden, müssen sich die ohnehin stark belasteten Ortschaften auf weitere Verkehrsexzesse einrichten.

BVWP 2030 – Öffentlichkeitsbeteiligung abgeschlossen

Das Bundesverkehrsministerium hat den Bericht zur Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung des Bundesverkehrswegeplanes 2030 veröffentlicht.

39000 Stellungnahmen wurden zu den verschiedenen Projekten insgesamt eingereicht.

Aufgrund zahlreicher Bemühungen der verantwortlichen Politiker, umliegender Gemeinden, sowie vieler privater Stellungnahmen, wurde der sechsspurige Ausbau der A7 zwischen dem Autobahndreieck Schweinfurt/Werneck und dem Autobahnkreuz Biebelried in den „Weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ hochgestuft. Auch die Bürgerinitiative hat mit einer eigenen Stellungnahme für den Ausbau votiert.
Vorher ist dieses Projekt aufgrund des schlechten Nutzen/Kosten-Verhältnisses in keiner Klassifizierung enthalten gewesen.
Unter optimalen Umständen kann somit, auch bei dieser niedrigen Einstufung, ein mögliches Planfeststellungsverfahren in den kommenden Jahren beginnen.

Die Ortsumgehung von Giebelstadt ist vom „Weiteren Bedarf mit Planungsrecht“ wieder in den „Vordringlichen Bedarf“ gestuft worden.
Damit ist die Finanzierung dieser Strecke gesichert und der Bau wird in den nächsten Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit vollzogen werden. Wir freuen uns darüber, dass die stark belasteten Bürger von Giebelstadt somit vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

Anmerken wollen wir jedoch auch, dass die Prognosen für unseren Streckenbereich im Jahre 2030, auch unter Berücksichtigung dessen, dass die A7 sechsspurig ausgebaut ist, immer noch mit 2000 PKW und mehreren hundert LKW über den Zahlen der berechneten Verkehrsmengen für Giebelstadt liegen.
Das interessiert die verantwortlichen Politiker der Regierungspartei jedoch nicht im notwendigen Maße.

Er rollt und rollt und rollt

„Die Zeit der Umwege und des Lärms ist vorbei“ So betitelt die Mainpost einen Artikel in der Ausgabe vom 19.07.2016.

Fragt sich nur für wen!?

Der Artikel bezieht sich darauf, dass In Unterpleichfeld am 15.07.2016 die sanierte B19 offiziell eingeweiht wurde. Unter anderem sind Landrat Eberhard Nuß, Hr. Dr. Fahn (MdL), Hr. Volkmar Halbleib (MdL), Hr. Dr. Fuchs vom staatlichen Bauamt, sowie weitere Gäste geladen gewesen.

Es wurde thematisiert, dass die Verkehrsteilnehmer nun wieder uneingeschränkt die Bundesstraße nutzen können. Aber wo waren sie in der Zwischenzeit?

Die PKW´s und LKW´s haben in der Umbauzeit das getan, was sich die Politik von Ihnen wünscht. Die parallel verlaufende A7 zu nutzen um festzustellen, dass es dort ja viel angenehmer ist, als durch die Ortschaften zu zuckeln.

Nun haben die Kraftfahrer jedoch den liebgewonnenen Weg über die B19 wieder zurückerobert.

Und das liegt nicht daran, dass es in seltenen Fällen zu Stauungen auf der A7 kommt und man dann lieber gleich jeden Tag die B19 fährt.

Die A7 stellt einen Umweg für viele Verkehrsteilnehmer dar. Einige Kilometer zurück oder seitlich über die Dörfer auf die nächstliegende Autobahnanschlussstelle auffahren?
Hier werden Kilometer gezählt und es wird ausgerechnet, wieviel Geld man über den verkürzten Weg einsparen kann.  Das soll kein Vorwurf an die besagten Personen sein!

Unser Vorwurf geht an die öffentlichen Stellen, welche die Realität nicht anerkennen wollen, um die notwendigen Schritte anzugehen.

Man wird wiederum vertröstet. Wenn die A7 sechsspurig ausgebaut ist, wird sich das Verkehrsproblem erledigen. Wissentlich, dass dieses Bauvorhaben viele Jahre bis zur Fertigstellung benötigen wird.

Komisch nur, dass die Verkehrsprognosen, welche bei der Projektbewertung für den sechsspurigen Ausbau der A7 des neuen Bundesverkehrswegeplanes 2030 erstellt wurden, keinen nennenswerten Unterschied für unseren Streckenabschnitt errechnet haben.

Diese Prognosen stehen im Gegensatz zu den uns mündlich übermittelten niedrigeren Verkehrszahlen! Selbige werden wir zeitnah in einem Schreiben an Fr. Staatssekretärin Bär hinterfragen.

Bis zum Jahr 2030 wird ein Zuwachs des Güterverkehrsaufkommens von 38% gegenüber 2010 prognostiziert.

Die betroffenen Ortschaften werden somit auch in den kommenden Jahrzehnten überdurchschnittlich hoch belastet sein. Gerade im Güterverkehr wird das auch spürbar in unserem Bereich der Fall sein.

Mehr LKW-Kontrollen gefordert

In einem aktuellen zweiseitigen Schreiben an den neuen Dienststellenleiter der Polizei Würzburg-Land, haben wir nachdrücklich das LKW-Problem angesprochen und regelmäßige Kontrollen eingefordert.

Ebenso wäre es aus unserer Sicht zielführend, wenn die Polizei mit den Speditionsunternehmen in der Region Kontakt aufnehmen würde, um die rechtliche Lage anhand von Fallbeispielen zu erläutern. Die aktuelle Beschilderung (75KM-Regelung) ist leider sehr missverständlich zu verstehen und ein nicht unerheblicher Teil nutzt die Strecke auch wissentlich ohne Berechtigung.

Tempo-30-Zonen an gefährlichen Straßenabschnitten

Noch im April 2015 wurde von der Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes in Würzburg, unser Antrag auf eine Tempo-30-Zone vor dem Kindergarten in Unterpleichfeld abgelehnt.

Nun haben sich die Verkehrsminister der Länder darauf geeinigt, dass auch an Hauptverkehrsstraßen vor Kindergärten, Altenheimen, Krankenhäusern, usw. Tempo-30-Zonen eingerichtet werden können.

Da der Kindergarten in Unterpleichfeld jedoch in absehbarer Zeit verlegt werden wird, ist hier und auch in den anderen Ortschaften weiterhin keine Temporeduzierung an der Hauptstraße zu erwarten.

Tempo-30-Zonen bewirken:

- Geringeres Risiko für Fußgänger und Radfahrer

- Reduzierung der Lärmbelastung in den Ortschaften

- Mögliche Verringerung der Feinstaubbelastung

- Reduzierung der Durchfahrtattraktivität, um die  PKW und LKW dazu zu bewegen, die            parallel laufende A7 zu nutzen