Wo ist die Maus?

Mit der Fragestellung: „Wo ist die Maus?“ haben LKW-Fahrer, aber auch die Bevölkerung die Möglichkeit, im Internet die aktuellen Standplätze der Zuckerrüben-Belademaschinen einzusehen. Von September bis Ende Januar sind sie wieder im nördlichen Landkreis unterwegs und es ist besonders jedem Anwohner, wohl aber auch der gesamten Bevölkerung aufgefallen, wie sich die gelben und mitunter auch andersfarbigen Lastwagen Ihren Weg über die B19 suchen.

Während der Kampagne werden täglich ca. 15.000 Tonnen Rüben in der Zuckerfabrik in Ochsenfurt verarbeitet. Jährlich zwischen 1,1 und 1,7 Millionen Tonnen.
Ein Anteil hiervon wird auch auf den fruchtbaren Böden im nördlichen Landkreis von Würzburg angebaut und geerntet.
Zusätzlich zum alltäglichen Verkehrsaufkommen und ohne Einwirkung auf veröffentlichte Verkehrsmengen der Straßenverkehrszählung, befahren im gesamten Erntezeitraum tausende von Schleppern, mit teilweise enormen Anhängeranbauten, Erntemaschinen und andere hierdurch bedingte Fahrzeugkonstruktionen die Lande.
Wir wollen ausdrücklich betonen, dass die Landwirtschaft eine wichtige Rolle im Gesamtwirtschaftskomplex einnimmt und letztendlich für die Versorgung der Bevölkerung elementar wichtig ist.

Allerdings müssen sich diese Auswirkungen auch auf den veröffentlichten Gesamtverkehrszahlen wiederfinden und gerade bei Lastkraftwagen, wie sie zum Beispiel bei der Zuckerrübenernte eingesetzt werden, müssten die zur Verfügung stehenden Autobahnen zur Beförderung der Ernte verwendet werden.

Alle fünf Jahre im Frühling und Sommer finden die Straßenverkehrszählungen statt und der komplette im Herbst stattfindende Ernteverkehr wird hierdurch nicht erfasst. Lediglich über die Dauerzählstelle zwischen Werneck und Eßleben lassen sich die erhöhten Verkehrsmengen ablesen. Wir haben deshalb mit der LMZ-Zeil-West Kontakt aufgenommen, welche für den Transport der Zuckerrüben zuständig ist.

Der Vorstandsvorsitzende, Hr. Greubel hat uns hierbei mitgeteilt, dass die Fahrrouten der Lastkraftwagen von Südzucker vorgegeben werden und sich die Bezahlung dementsprechend auch nach dieser Routenführung richtet.
Es gibt ebenfalls die Vorgabe, dass prinzipiell die kürzesten Routen gewählt werden sollen. Für Fahrten, welche im nördlichen Bereich des Autobahnkreuzes Schweinfurt/Werneck starten und in das Werk nach Ochsenfurt führen, soll bei Werneck auf die A7 aufgefahren werden.
Für jene, welche südlich dieses Kreuzes beginnen, kann oder soll der Fahrer zunächst die B19 nutzen um bei der Autobahnanschlussstelle Estenfeld auf die Autobahn aufzufahren.

Da große Mengen an Zuckerrüben im südlichen Bereich des Kreuzes geerntet werden, ist es dann auch nicht verwunderlich, dass die B19 so stark frequentiert ist.

Bei Stauungen auf der A7 kann der LKW-Fahrer zudem auch selbst die Route ändern und gegebenenfalls die Bundesstraße nutzen. Auch liegt die Werkstatt der LKW-Flotte in Zeuzleben, was ebenso zu einem zusätzlichen Verkehrsaufkommen führt.

Hr.Greubel hat beschrieben, dass er immer wieder Anrufe von Anwohnern erhält, welche mit der Geschwindigkeit oder der Fahrweise der LKW´s unzufrieden sind. Aufgrund moderner Telemetrie-Erfassung in allen Lastkraftwagen lässt sich exakt ermitteln, welche Geschwindigkeit die Brummis in welche Abschnitten gefahren sind.

Sollten Sie hier negative Erfahrungen machen, empfehlen wir die Nummer des Lastkraftwagens und die Uhrzeit zu notieren und an die LMZ weiterzugeben.
Leider kann man nur an den guten Willen aller Beteiligten appellieren, da die Fahrzeuge die Strecke regulär nutzen dürfen.
Wir danken Hr. Greubel für das freundliche und informative Gespräch und werden in absehbarer Zeit mit der Fa. Südzucker Kontakt aufnehmen.

Wo ist die Maus

Quelle: http://lmz-zeil-west.de/

Dauerzählstelle Eßleben – Trend zeigt nach oben

Viele Anwohner in den betroffenen Ortschaften haben den Eindruck, dass sich das Verkehrsaufkommen in den letzten Jahren stetig erhöht hat.

Die Brückenbaustellen auf der A7, sowie fragwürdige Routenführungen von Navigationssystemen sind hierfür anteilig verantwortlich.

Von offiziellen Stellen wird dieser Umstand aber auch gerne mal verneint und man wird auf die nächste Straßenverkehrszählung, welche im Jahre 2020 stattfindet, vertröstet. Leider hat es bei der letzten Zählung aus dem Jahre 2015 zwei Jahre gedauert, bis endlich im Herbst 2017 die mittlerweile wieder „veralteten“ Zahlen veröffentlicht wurden.

Glücklicherweise gibt es die Dauerzählstelle zwischen Werneck und Eßleben, an welcher zumindest der Trend der Verkehrsentwicklung abgelesen werden kann.
Hier wird klar ersichtlich, dass nach Fertigstellung der Ortsdurchfahrten von Unterpleichfeld und Bergtheim im Frühjahr 2016, auch die gemessenen Werte an der Zählstelle in Eßleben Spitzenwerte erreicht haben.

Die angehängte Grafik stellt dies anschaulich dar. Aus Gründen der besseren Übersicht, wurde exemplarisch der KFZ-Tagesdurchschnittswert der Novembermonate der letzten Jahre aufgeführt. Dieser ablesbare Trend ist ebenso bei den anderen Monaten vorhanden. Der Einbruch im Jahre 2015 ist auf die gesperrten Ortsdurchfahrten von Unterpleichfeld und Bergtheim zurückzuführen. Die Gesamtverkehrsmenge steigt bis nach Unterpleichfeld stetig auf einen fünfstelligen Wert an.
Die veröffentlichten Werte enden aktuell im 1. Quartal 2017.

Zählstelle Eßleben Diagramm November

Rückblick auf das Treffen mit der IHK-Würzburg

Am 02.11. haben sich Klaus Stuntz, Peter Wagner und Michael Wild von der BI, mit Hr. Bode und Hr. Dr. Genders von der IHK-Würzburg/Schweinfurt getroffen.
Die Industrie- und Handelskammer hat über den Verkehrsausschuss eine gewichtige Stimme in der Region und das Bestreben, die Verkehrsinfrastruktur den Anforderungen der Wirtschaft anzupassen.
Mehrere Themengebiete wurden in dem 90-minütigen Gespräch debattiert.
Zu diesen zählten unter anderem: Verkehrslärm, Feinstaub-Grenzwerte, Luftreinhalteplan, LKW-Beschilderung, Verkehrsentwicklung, sowie der Neubau der B26n und der sechsspurige Ausbau der A7.
Der Initiative war es wichtig die Belastung der Bevölkerung, welche in Würzburg und den angrenzenden Ortschaften von der B19 durchschnitten werden, darzulegen.
Zunächst hat die BI Ihren Standpunkt nahegelegt, dass die aktuelle Beschilderung mit der Kombination aus dem „Verbot für LKW-Durchgangsverkehr“, sowie dem „Lieferverkehr in Stadt- und Landkreis Würzburg frei“ zu mehr Missverständnissen am Stadtring führt, als Hilfe gegen die LKW-Verkehrsmassen ist.
Die nach wie vor hohen und unveränderten Zahlen belegen dies auch.
In diesem Zusammenhang wurden auch die häufigen Überschreitungen der Feinstaub-Grenzwerte an den Messstationen benannt und die mögliche Konsequenz, dass Umweltzonen, Fahrverbote oder andere einschränkende Maßnahmen die Folge sein könnten.
Die Verkehrsdichte am Stadtring und die weitreichenden Folgen, hängen direkt auch mit jenen im nördlichen Landkreis zusammen.
Schnell ist man sich einig gewesen, dass es in den vergangenen Jahren von offizieller Seite versäumt wurde, ein Verkehrskonzept für den Großraum Würzburg in Angriff zu nehmen.
Das Verkehrsaufkommen steigt weiter stetig an und der alltägliche Stau auf dem Straßennetz wird sich in und um Würzburg in Zukunft noch verstärken.
Die IHK hat unterstrichen, dass der sechsspurige Ausbau der A7, sowie der Neubau der B26n, die Gesamtverkehrsproblematik im Großraum Würzburg entzerren könnte.
Leider handelt es sich hierbei um Maßnahmen, welche teilweise erst in Jahrzehnten realisiert sein können und der Bevölkerung keine schnelle Hilfe bieten.
Ebenso wurde in diesem Zusammenhang erläutert, dass Navigationssysteme die B19, bzw. den Stadtring als Abkürzung von der A7 zur A3, bzw. A81 ausweisen und auch aus diesem Grund die hohen Verkehrszahlen zustande kommen.
Aufgrund der allgemeinen Verkehrszunahme, wird es jedoch gerade im LKW-Bereich zu keiner spürbaren Entlastung der B19 im nördlichen Landkreis kommen. So wird es zumindest in einer aktuellen Verkehrsprognose vorhergesagt.
Aus Sicht der BI helfen hier nur eine konsequentere Beschilderung, sowie regelmäßige Kontrollen der Polizei weiter.
Auch der Verkehrsverbund Mainfranken muss weiter ausgebaut, und ein durchdachtes
Personenbeförderungssystem entwickelt werden.
Bus und Bahn sind noch lange nicht am Ende Ihrer Leistungsfähigkeit angelangt und ein lückenlos ausgebautes Nahverkehrsnetz könnte weitere Verkehrsteilnehmer rund um Würzburg und Schweinfurt zielgerichtet befördern.
Der Individualverkehr und der Umstand, dass in den meisten Fahrzeugen nur ein bis zwei Personen sitzen, ist eine Folge des schlechten Gesamtbeförderungskonzeptes.
Die Bürgerinitiative versuchte, die Belange und Sorgen der betroffenen Bevölkerung zu vermitteln und ist auf Akzeptanz und Verständnis gestoßen.
Hr.Bode und Hr. Dr. Genders wurden gebeten, bei Gesprächen in Ihren Wirkungskreis speziell darauf hinzuweisen, dass ab Juli 2018 alle Bundesstraßen bemautet werden und hierdurch ein Anreiz für die Nutzung der zur Verfügung stehenden Autobahnen gegeben ist.
Die BI dankt Hr. Bode und Hr. Dr. Genders für das offene Gespräch und es wurde seitens der IHK zugesagt, die besprochenen Themen bei der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses, im April 2018 anzusprechen.

Auch 2017 keine Mitgliedsbeiträge notwendig

Sehr geehrte Mitglieder der Bürgerinitiative,

ebenso wie in den Jahren 2015 und 2016, hat sich die Initiative dazu entschlossen,
auch in diesem Jahr wiederum keine Mitgliedsbeiträge einzuziehen.
Das vorhandene finanzielle Polster wird auch für die Ausgaben des kommenden Jahres ausreichen.
Wir möchten hierzu noch erwähnen, dass nur die allernötigsten Aufwendungen aus dem Kontobestand gedeckt werden.

Der nächste Beitrag würde somit frühestens im Dezember 2018 erhoben werden.

Countdown bis zur LKW-Maut

Ab dem 01. Juli 2018 wird die LKW-Maut auf alle Bundesstraßen in Deutschland ausgeweitet. Teilweise sind bereits heute vierspurige Bundesstraßen mit der LKW-Maut belegt.
Die parallel zur A7 laufende B19, welche durch die Ortschaften: Unterpleichfeld, Bergtheim, Opferbaum und Eßleben führt, wird somit zu einem gewissen Teil an Attraktivität für den LKW-Verkehr verlieren.
Wir werden rechtzeitig die uns bekannten Speditionsunternehmen anschreiben und diesen Umstand, sowie die allgemeine rechtliche Situation in Hinsicht auf das „LKW-Durchfahrtsverbot“ darlegen.
Aus verschiedenen Gründen wird die B19 jedoch auch nach der Bemautung, für viele Unternehmen eine interessante Ausweichroute darstellen.

Es wird nicht spürbar weniger werden

Mitte Oktober hat der Landtagsabgeordnete, Hr. Dr. Fahn von den Freien Wählern, folgende Anfrage an die Staatsregierung in München gestellt:

„Ist durch den geplanten sechsspurigen Ausbau der A 7 zwischen den Anschlussstellen Schweinfurt/Werneck und dem AK Bibelried mit einer spürbaren Verkehrsentlastung für die Ortschaften Unterpleichfeld, Bergtheim, Opferbaum und Eßleben (bitte die geplanten Entlastungen für den PKW und LKW-Verkehr konkret oder näherungsweise benennen) zu rechnen und gibt es dazu eine aussagekräftige Verkehrsstudie mit welchen reduzierten Verkehrsmengen die beschriebenen Orte nach Fertigstellung des sechsspurigen Ausbaus rechnen können?“

Einige Tage später wurde folgende Antwort des Freistaates veröffentlicht:
Bis zum Jahr 2025 haben die vier Ortschaften mit folgenden durchschnittlichen Verkehrsmengen für KFZ und anteiligen Schwerverkehr (SV) >3,5 Tonnen zu rechnen:

Tabelle 1 (Den falschen Ortsnamen bitten wir im Namen des Freistaates zu entschuldigen)
Tabelle 1

Diese Prognosen liegen wesentlich über den heutigen Werten!

Die Hochrechnung erfolgt unter Annahme, dass weder der Neubau der B26n, noch der sechsspurige Ausbau der A7 bis dahin vollzogen wurde und ist aus einer aktuellen Verkehrsstudie der „brenner BERNARD ingenieure GmbH“.
Nun wird in dieser Studie ein zweiter Fall angenommen, bei dem die in der folgenden Tabelle 2 enthaltenen Werte, von jenen aus Tabelle 1 abgezogen werden könnten. Allerdings unter Annahme, dass zum Vergleichsjahr 2025 die B26n, sowie der sechsspurige Ausbau der A7 fertiggestellt wurde.
Tabelle 2
Tabelle 2

Da beide Projekte im aktuellen Bundesverkehrswegeplan enthalten sind und nach Fertigstellung der jeweiligen Baumaßnahme auch eine gewisse Umverteilung erfolgen würde, hat die Verkehrsstudie auch beide vollendeten Projekte für diese verkehrsmindernden Mengen für die B19 vorausgesetzt.
Hier ist aus unserer Sicht natürlich eine eklatante Fehleinschätzung gegeben.
Der sechsspurige Ausbau der A7 ist im aktuellen Bundesverkehrswegeplan im  „erweiterten Bedarf mit Planungsrecht“.
Ein Baubeginn vor dem Jahre 2030 ist mehr als zweifelhaft und aktuell auch unrealistisch.
Somit müssten die in Tabelle 2 enthaltenen und entlastenden Werte wesentlich reduziert werden.

Bedenklich ist der hohe Wert des Schwerverkehranteiles (SV) > 3,5 Tonnen.
Gerade die Lastkraftwagen und schweren Fahrzeuge stellen eine überdurchschnittliche Belastung der Bevölkerung in Hinsicht auf Lärm, Feinstaub und Verkehrsgefährdung dar.
Aktuell liegt dieser Schwerverkehranteil zwischen Bergtheim und Unterpleichfeld, laut der Verkehrszählung 2015, bei knapp 800 Fahrzeugen/Tag.
Dieser Wert soll sich laut den Studien massiv erhöhen.

Von welcher Entlastung sprechen die Politiker und Verantwortlichen eigentlich?

Die Zahlen geben genug Anlass dafür, auch weiterhin am Ziele festzuhalten, dass kein Weg am Bau von Ortsumgehungen vorbeiführt.

Dieses Ziel muss und wird deshalb weiterhin verfolgt werden!

Treffen mit anderen Initiativen aus Würzburg

Am 18.10.2017 haben sich Vertreter der Vereinigungen: Brummis weg vom Stadtring,  Ringparkingefahr, der BN Kreisgruppe Würzburg, sowie Stadträte der CSU, SPD, ÖDP und Mitglieder unserer Initiative im Franziskanerhotel in Würzburg getroffen, um über die Verkehrsproblematik in Würzburg, dem Umland und weiteren zugehörigen Themen zu diskutieren.
Sehr schnell war man sich einig, dass es in verschiedensten Bereichen erhebliches Verbesserungspotential gibt und mögliche Ziele am effektivsten im gemeinsamen Bestreben realisiert werden können.
Die B19 ist von Würzburg nach Schweinfurt eine durchgehende Verkehrsachse, welche auch nach einem sechsspurigen Ausbau der A7, bzw. dem Bau der B26n, stark frequentiert sein wird.
Die Gegebenheiten müssen deshalb reguliert und den sich ändernden Umständen angepasst werden.

Wenn die Lastkraftwagen nicht mit guten Worten auf die dafür vorgesehenen Autobahnen gebracht werden können, so muss der gesetzliche Rahmen in Hinsicht auf eine zielgerichtete und durchgehende Verkehrsbeschilderung angewendet werden.

Die Mainpost, welche durch eine Journalistin ebenfalls vertreten gewesen ist, hat am 21.10.2017 ebenfalls einen Bericht über das Treffen in der Tageszeitung veröffentlicht.

Für das Jahr 2018 wurden zahlreiche Aktionen thematisiert, welche über die Mainpost und den digitalen Medien rechtzeitig verbreitet werden.
Die Erstellung einer Homepage, welche die Belange aller Initiativen vereint, ist ebenfalls ein Resultat des Treffens.

Die Ergebnisse der Folgetreffen planen wir wie gewohnt wieder zu veröffentlichen.

Einladung zu einer Infoveranstaltung über die Verkehrssituation in und um Würzburg

Informationsveranstaltung zur Verkehrssituation in Würzburg und Umgebung

                     Die Bürgerinitiative „Brummis weg vom Stadtring“ lädt ein zu einer

Gesprächsrunde am 18. Oktober um 19:00 Uhr im
                                     Hotel Franziskaner, Franziskanerplatz 2, 97070 Würzburg

http://www.franziskaner-wuerzburg.de

Angesichts der extrem schlechten Luftverhältnisse im Stadtgebiet Würzburg, der seit Jahren regelmäßig erhöhten krebserregenden Stickoxidwerte am Stadtring Süd (eine der am meisten mit Schadstoffemissionen belasteten Verkehrstrassen in Bayern), an  der Nordtangente und im Bereich Theaterstr./Bahnhofstr. („Giftrinne“), will unsere Bürgerinitiative in Zusammenarbeit mit Verbänden, Initiativen und Parteien in Würzburg sowie aus den Umlandgemeinden zu einem

                                                                         „Jahr des Zorns 2018“

 aufrufen.

Der LKW-Durchfahrtsverkehr im Bereich des Mittleren Rings sowie in den nördlichen Umlandgemeinden an der B 19 ist weiterhin inakzeptabel hoch. Fahrverbote haben aufgrund zahlreicher Ausnahmetatbestände zu keiner signifikanten Verbesserung geführt.

Wir möchten gemeinsame Aktionspläne für das Jahr 2018 besprechen, ggf. auch die Einleitung rechtlicher Schritte.
Die Bürgerinitiative bittet alle interessierten Bürger aus Würzburg und den Umlandgemeinden zur aktiven Teilnahme. Es geht um die zukünftige verkehrspolitische Entwicklung unserer Stadt und die Gesundheit aller.

Rückblick auf den Informationsabend

Mehr als 70 Interessierte haben sich im September in Bergtheim eingefunden, um über die Verkehrsproblematik an der B19, zwischen Werneck und Unterpleichfeld zu diskutieren. Die Eröffnungsrede wurde vom Vorsitzenden der Bürgerinitiative (BI), Klaus Stuntz gehalten.
Wochen zuvor wurde in einem Zeitungsbericht und von einem Würzburger TV-Sender darüber berichtet, dass durch den sechsspurigen Ausbau der A7, mit einer spürbaren Verkehrsentlastung für die B19 zu rechnen ist.
Diesen Aussagen wurde in der Rede entgegengestellt, dass die Erweiterung der Autobahn frühestens im Jahre 2030 beginnen kann, da die Baumaßnahme im aktuellen Bundesverkehrswegeplan nur im “erweiterten Bedarf mit Planungsrecht” eingestuft ist. Zum sicheren Bau ist es jedoch notwendig im “vordringlichen Bedarf” eingegliedert zu sein. Das bedeutet, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit die finanziellen Mittel für den Ausbau bis zum nächsten Bundesverkehrswegeplan, welcher voraussichtlich im Jahre 2030 veröffentlicht werden wird, nicht zur Verfügung stehen werden.
Der Baubeginn kann somit frühestens nach dem Jahre 2030 erfolgen und auch nur dann, wenn die Strecke in den „vordringlichen Bedarf“ hochgestuft wird. Es wird dann abermals 10 oder mehr Jahre dauern, bis die Baumaßnahme komplett fertig sein könnte.
Wir reden also davon, dass in frühestens 20-25 Jahren die mögliche versprochene Entlastung eintritt. Bis zum Jahr 2030 wird ein Zuwachs der Güterverkehrsleistung von 38% gegenüber dem Jahr 2010 prognostiziert.
Ebenso steigt die Quote im allgemeinen Personenverkehr stetig. Aus Sicht der BI ist es nicht seriös den Menschen in den Ortschaften zu versprechen, dass in frühestens 20-25 Jahren eine Verkehrsentlastung eintritt, für die es auch keine Belege gibt.
Es wurden bereits mehrmals an das Bundesverkehrsministerium Schreiben versandt und um seriöse Verkehrsstudien für die Entlastungsbehauptungen gebeten. Bis heute wurde auf diese Fragen nicht eingegangen und man kann daraus nur den Schluss ziehen, dass es Hoffnungen und Mutmaßungen sind, welche hier geäußert werden.
Die Bürgerinitiative hat keinen Beleg für die versprochene und spürbare Entlastung durch den Autobahnausbau! Solche Äußerungen müssen durch anerkannte Verkehrsprognosen belegt werden. Es kann auch nicht von der Bevölkerung erwartet werden, dass abermals Jahrzehnte ins Land ziehen um dann festzustellen, dass der Ausbau doch nicht die gewünschte spürbare entlastende Wirkung gebracht hat.
Um die LKW-Problematik in den Griff zu bekommen, wurde von der BI abermals der Vorschlag vorgebracht, wie der Durchgangsverkehr schnell und spürbar gesenkt werden könnte: Die aktuelle Beschilderung: „Verbot von LKW-Durchgangsverkehr größer 12 Tonnen“, müsste durch ein „Generelles Durchfahrtsverbot für LKW mit dem Zusatzschild: Lieferverkehr frei“ ersetzt werden.
Die aktuelle Beschilderung lässt aufgrund von gesetzlichen Regelungen und Ausnahmebedingungen (75KMRegel), zu viele Lastkraftwagen legal die Strecke zur reinen Durchfahrt nutzen, obwohl die A7 parallel verläuft. Ebenso kann die momentane Beschilderung in den Navigationssystemen nicht angezeigt werden und es erfolgt für den Fahrer kein Hinweis auf ein mögliches Durchfahrtsverbot.
Die Änderung der Beschilderung hätte zur Folge, dass Lastkraftwagen welche die B19 rein zur Durchfahrt nutzen, auf die Autobahn verdrängt werden würden und nur der wirkliche Lieferverkehr die Strecke befahren dürfte. Diese Maßnahme würde eine erhebliche Reduzierung des LKW-Anteils erzeugen und die Polizei könnte aufgrund der klaren Rechtslage auch einfacher die Verstöße ahnden.

Ein weiterer Grund für die werktäglich 800 Lastkraftwagen ist, dass viele Fahrzeugführer irrtümlich der Meinung sind die Strecke nutzen zu dürfen, da eine falsche Auslegung der Regelung zu Grunde liegt. Eine Verkehrsregelung, welche von einem „…Gebiet innerhalb eines Umkreises von 75 km, gerechnet in der Luftlinie vom Mittelpunkt des zu Beginn einer Fahrt ersten Beladeortes des jeweiligen Fahrzeugs…“ spricht, muss in der Praxis auch missverstanden werden.
Zum Beispiel darf Schwerlastverkehr, welcher von Mellrichstadt zum hoch frequentierten Speditionspark nach Kürnach möchte, die gesperrte Strecke nutzen. Ein LKW, der vom 20KM weiter entfernten Meiningen oder von einem noch weiter gelegenen Punkt losfährt, dagegen nicht. Deutschlandweit gibt es zahlreiche Berichte darüber, dass diese Beschilderung nicht den gewünschten Erfolg erzielt und allzu oft zu Fehlinterpretationen führt.
Außerdem müsste bei der aktuellen Beschilderung die Gewichtsbeschränkung auch von 12 Tonnen auf 7,5 Tonnen abgesenkt werden, da auch diese Lastkraftwagen seit geraumer Zeit bemautet werden und selbige zusätzlich die B19 als günstige Ausweichstrecke nutzen.

Ab Juli 2018 wird auf alle Bundesstraßen in Deutschland die LKW-Maut ausgeweitet. Sollte auch diese Maßnahme keine spürbare Entlastung bewirken, muss die Politik endlich handeln und wirksame Regelungen erlassen. Die Nutzung der Strecke durch den Schwerverkehr, wird jedoch aus verschiedensten Gründen auch nach der Einführung dieser flächendeckenden LKW-Maut attraktiv bleiben.
Deshalb geht die Bürgerinitiative von keiner spürbaren Entlastung nach dem benannten Datum aus.

Navigationssysteme in PKW´s und LKW´s stellen ein generelles Problem dar, da bereits bei leicht zähfließenden Verkehr auf den Autobahnen, die Ausweichstrecken angezeigt und leichte Zeitersparnisse bei Nutzung der B19 in Aussicht gestellt werden. Lastkraftwagen, welche eigentlich die Strecke nicht nutzen dürfen, fühlen sich überdies durch Radiodurchsagen privater Sender berechtigt die Ausweichroute zu befahren, obwohl die Polizei die über die B19 führende Bedarfsumleitung nicht offiziell geöffnet hat.

Auch die Herabstufung der Bundesstraße zu einer Staatsstraße wurde in der Rede thematisiert. Die Initiative ist sich sicher, dass eine Umgehungsstraße fast unmöglich ist, solange es sich um eine Bundesstraße handelt. Verschiedene Umstände sind hierfür verantwortlich. Eine Herabstufung wäre auch keine unberechtigte Forderung. Große Teile der B19, welche zwischen Schweinfurt und Meiningen parallel zur A71 verlaufen, sind bereits zu einer Staatsstraße herabgestuft worden.
Ein ähnlicher paralleler Verlauf zur A7, ist auch zwischen Werneck und Unterpleichfeld gegeben und somit vergleichbar. Die Baulast würde vom Bund auf den Freistaat übergehen und im Sonderbaulastverfahren wäre eine Realisierung von Umgehungen möglich.

Letztlich wurde auch über die Sanierung der Ortsdurchfahrten von Unterpleichfeld und Bergtheim berichtet. Vereinzelte Hochbordsteine erhöhen zwar die Sicherheit, allerdings ist auch die Geschwindigkeit innerorts aufgrund des neuen ebenen Fahrbahnbelages eher angestiegen. Es werden weitere zusätzliche Maßnahmen notwendig sein, um die Geschwindigkeit bereits am Ortseingang zu verringern. Der Kreisel vor Bergtheim und die Ampelanlage am Gewerbegebiet in Unterpleichfeld könnten einen dämpfenden Effekt haben.
Allerdings wird sich hierdurch die Anzahl der Fahrzeuge kaum verringern. Auch die von den offiziellen Stellen versprochenen innerörtlichen Verbesserungen für Opferbaum und Eßleben lassen leider weiter auf sich warten.

Enttäuscht zeigte sich die Bürgerinitiative auch darüber, dass sie bei einem jüngst stattgefundenen Gespräch zwischen dem Landrat, den Bürgermeistern von Unterpleichfeld und Bergtheim, sowie Vertretern des staatlichen Bauamtes in Würzburg, in dem es um die Sanierung der Ortsdurchfahrten gegangen ist, ausdrücklich nicht geladen gewesen ist.
Kritische Stimmen hätten die Atmosphäre und die daraus resultierenden Presseberichte wohl gestört und beeinflusst.

Im Anschluss an die Rede hat Robert Wild über die Arbeit der Bürgerinitiative berichtet. Die BI hat sich in den vergangenen Jahren, teilweise auch mehrmals, mit Vertretern von Ministerien, dem Landrat, Lokalpolitikern, den Polizeidienststellen, Herstellern von Navigationssystemen, anderen Bürgerinitiativen und weiteren Personenkreisen getroffen, um über die verschiedensten zugehörigen Themenpunkte zu sprechen.

Ebenfalls wurden zahlreiche Schreiben versandt. Die Mühlen der Bürokratie mahlen jedoch sprichwörtlich sehr langsam und offizielle Stellen lassen immer wieder berechtigte Fragen und Anregungen unbeantwortet.
Erfreulich ist der Umstand, dass auch in diesem Jahr keine Mitgliedsbeiträge erhoben werden müssen, da ausreichend finanzielle Mittel vorhanden sind, um auch im kommenden Jahr die Kosten der Initiative zu decken. Anschließend konnten die anwesenden Bürger Fragen stellen, sowie Kritik äußern.
Zahlreiche Gesprächsthemen wurden erörtert und Verbesserungsvorschläge notiert. Hr. Dr. Imhof von der Bürgerinitiative: „Brummis weg vom Stadtring“ hat in Erinnerung gerufen, dass der Mittlere Ring in Würzburg mit ähnlichen Problemen kämpft und eine gemeinsame durchgehend wirksame Beschilderung für diese Verkehrsachse notwendig ist.
Auch kritische Stimmen wurden gehört, wobei nicht immer ein gemeinsamer Konsens gefunden werden konnte. Peter Wagner und Michael Wild haben hierbei Stellung zu verschiedenen Themenkomplexen genommen und Sachverhalte näher erläutert.
Bei den nächsten Treffen des Arbeitskreises werden diese Themenfelder im Detail besprochen.
Hierzu möchte die Bürgerinitiative alle interessierte Personen herzlich einladen.
Die Termine der Treffen werden auf der Homepage: www.ortsumgehung.info rechtzeitig veröffentlicht.

Die Bürgerinitiative dankte den Anwesenden und allen Bürgern für die Unterstützung in den vergangenen Jahren und hat auch für die Zukunft zahlreiche Aktivitäten angekündigt!