LKW-Durchgangsverkehr

Seit Januar 2007 besteht auf der B19 zwischen den Ortschaften Unterpleichfeld und Werneck ein Verbot von Durchgangsverkehr für LKW mit einem Gesamtgewicht über 12 Tonnen. Diese Regelung wurde eingeführt, da eine Vielzahl von LKW die B19 nutzten, um parallel zur Autobahn fahrend, Mautgebühren einzusparen.
Um ortsansässige Firmen nicht wirtschaftlich zu benachteiligen, gibt es die „Fünfzehnte Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung“ (15. StVOÄndV)
Hieraus geht hervor:

„Durchgangsverkehr liegt nicht vor, wenn eine Fahrt dazu dient,

  • ein Grundstück an der vom Verkehrsverbot betroffenen Straße oder an einer Straße, die durch die vom Verkehrsverbot betroffenen Straße erschlossen wird, zu erreichen oder zu verlassen (Be- und Entlader, Unternehmen mit Betriebssitz),Diese Regelung dient der Versorgung der Bevölkerung und der Belieferung regionaler Betriebe.
    Um potentielle Ausnahmegenehmigungen auf ein geringes Maß zu beschränken, wird diese Definition wie folgt interpretiert: die Festlegung „   eine(r) Straße, die durch die vom Verkehrsverbot betroffenen Straße erschlossen wird….“ bezieht sich auf Bundes-, Landes-, Kreis- oder Gemeindestraßen, die in die gesperrte Straße einmünden.
    Dies gilt nicht, wenn vor Erreichen der gesperrten Straße die Anschlussstelle einer Autobahn nutzbar ist.
  • in einem Radius von 75 km Luftlinie Güter zu befördern.
    (Be- und Entladeort müssen sich in einem Umkreis von 75 km befinden).

    Dies gilt auch für notwendige Leerfahrten.

Sog. Versorgungsfahrten (Tanken, Fahrerwechsel oder Fahrten zum Wohnsitz des Fahrers) sind keine Fahrten, die von den Regelungen a) und b) abgedeckt sind. Es bedarf hierzu einer Ausnahmegenehmigung, die nach Prüfung im Einzelfall erteilt werden kann.“

Es wurde nun vermehrt festgestellt, dass LKW widerrechtlich die Strecke nutzen, ohne dass einer der beiden Punkte oder eine Ausnahmegenehmigung zutrifft. Nach Rücksprache mit den zuständigen Polizeistellen, sollen in Zukunft vermehrt Kontrollen stattfinden.

Wie auf der Karte ersichtlich dürfte ein LKW über 12 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht, welcher zum Beispiel in Kürnach gestartet ist,  die für den Durchgangsverkehr gesperrte Straße nur benutzen, wenn sich die Entladestelle in einem Radius von 75 KM um den Beladeort befindet oder eine Ausnahmegenehmigung besteht.

Plan 75KM Radius

Bei einem Blick auf die unten angehängte Karte wird klar, warum die Lastkraftwagen in erster Linie die Bundesstraße als Wegstrecke nutzen.
Eine Vielzahl an LKW, welche täglich in Richtung Norden fahren, nutzen zunächst die B19 bis zur Autobahnanschlussstelle Schweinfurt-West und fahren dann auf die A71 auf.

Ein kleines Beispiel soll dies veranschaulichen:
Vom Speditionspark in Kürnach, welcher nur einige hundert Meter von der Autobahnanschlussstelle Estenfeld entfernt liegt, bis zur Anschlussstelle Schweinfurt-West ist die einfache Wegstrecke auf der A7 ca. 37 KM lang (blaue Wegstrecke).
Auf der B19 sind es lediglich 26 KM (rote Wegstrecke).

Hierbei möchten wir betonen, dass sich dieses Beispiel auch auf viele von Würzburg kommende Lastkraftwagen übertragen lässt.

Dieses Fahrverhalten stellen wir  auch bei Schwerlastfahrzeugen mit entgegengesetzter Fahrtrichtung fest.

Kürnach -  Schweinfurt West