Verkehrslärm macht krank

Lärm macht krank, mindert die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden von Menschen, drückt Immobilienpreise, reduziert die Einnahmen von Kommunen und verursacht allein in Deutschland jährlich mehrere Milliarden Euro Folgekosten. Vor allem größere Städte sind davon betroffen.

Lärm und Gesundheit
Allein Verkehrslärm, in den Städten die Hauptlärmquelle, gefährdet nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation(WHO) die Gesundheit von fast jedem dritten Europäer oder schränkt zumindest dessen Wohlbefinden ein. Das Umweltbundesamt schätzt, dass in Deutschland jährlich 4.000 Herzinfarkte auf Straßenverkehrslärm zurückzuführen sind. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, steigt bei Männern um etwa 30 Prozent, wenn sie längere Zeit in Gebieten mit einem Verkehrslärm-Pegel über 65 Dezibel wohnen.

Die wichtigsten Beeinträchtigungen, die durch Lärm entstehen, sind aus Sicht der WHO:
· Schlafstörungen

· kreislaufbedingte Erkrankungen
· hormonelle Reaktionen (z.B. Stresshormone) und ihre möglichen Konsequenzen für    den menschlichen Stoffwechsel und das Immunsystem
· Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit

· Beeinträchtigung im sozialen Verhalten
· Belästigungen

Lärm gefährdet die Gesundheit, schränkt
das Wohlbefinden ein und verringert die Produktivität.

Das Dezibel (dB)
Schallpegel werden in Dezibel (dB) angegeben. Die Skala ist logarithmisch aufgebaut. Gesundheitsgefährdungen sind bei Dauerbelastungen ab einem 24-Stunden-Wert Lden von 65 dB(A) und ab einem Nachtmittelwert Lnight von 55 dB(A) nicht mehr auszuschließen. Es handelt sich dabei um Außenpegel. 65 dB(A) entsprechen etwa der Lautstärke einer Schreibmaschine und 55 dB(A) einem Radio bei Zimmerlautstärke. An Hauptverkehrsstraßen ist mit Pegeln um 80 dB(A) am Straßenrand zu rechnen.“¹

¹Hanns-Uve Schwedler, (2008)  „Leisere Kommunen, Informationen zur Umgebungslärmrichtlinie“ Herausgeber: Europäische Akademie für städtische Umwelt. Online in Internet: URL:http://opus.kobv.de/zlb/volltexte/2009/7185/  (Stand 15.08.2013)